Klein-Synek Emmy

LyrikerinSchriftstellerin

Geb. 21.11.1891 in Wien

Gest. 27.10.1974 in Wien

Herkunft, Verwandtschaften

Eltern: Alexander und Julie Klein, geb. Singer, vier ältere Brüder, eine Schwester. Der Vater, ein jüdischer Kleingewerbetreibender, hatte einen Flaschenbierhandel in Wien-Ottakring.

LebenspartnerInnen, Kinder

Eheschließung 1921 mit Emil Synek, großer Musikliebhaber. Am 14. Mai 1921 Austritt aus der Israelitischen Kultusgemeinde. Die Ehe galt in der NS-Zeit als „privilegierte Mischehe“, was E. K.-S. vor der Deportation bewahrte.

Ausbildungen

Besuch der Pflichtschule, danach über Anraten der Schwester, die eine Sprachschule betrieb, Ausbildung zur Sprachlehrerin für Englisch und Französisch. Kontakte zur Volkshochschule, insbesondere zum Volksheim Ottakring, das E. K.-S. selbst als ihre „geistige Heimat“ bezeichnet.

Laufbahn

Ab 1919 unterrichtete E. K.-S. an der Sprachschule ihrer Schwester, trat aber kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs bereits zum ersten Mal mit einem Lyrikbändchen „Aus Nacht und Licht“ an die Öffentlichkeit. Lesungen aus eigenen Werken in der Wiener Urania in der Zwischenkriegszeit. Nach dem 2. Weltkrieg intensives literarisches Schaffen – Gedichte und kurze Prosaerzählungen über das Leben der kleinen Leute. Außerdem – auch gemeinsam mit Ehemann, der für die musikalische Einrichtung und künstlerische Leitung sorgte – Organisation von musikalisch-literarischen Veranstaltungen an der Volkshochschule Ottakring. Literarische Nachrufe auf den Ehepartner, der 1961 verstorben ist. 1959 Übersetzung von Gedichten von Henry Wadsworth Longfellow. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, insbesondere in der „Arbeiter-Zeitung“ und der Wochenzeitschrift „ Die Frau“ (bis 1969).

Auszeichnungen, Mitgliedschaften

1958 Theodor-Körner-Preis für Literatur.

Quellen

Österreichisches Volkshochschularchiv (ÖVA); VGA; Bruno-Kreisky-Archiv; Geburtsbuch der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde. W.: „Aus Nacht und Licht. Poetische Gedanken aus prosaischer Zeit“ (1920), „Mein Bekenntnis (1954), „Drei Deka Kimm“ (1957), „Henry Wadsworth Longfellow: Jedem Menschen Bruder sein. Übertragen von Emmy Klein-Synek“ (1959), „Der Aprilscherz. Hg. Österreichischer Buchklub der Jugend“ (1961), „In der Stille“ (1962), „Ein kleines Volksbuch“ (1964), „Bunte Blätter. Neue Gedichte“ (1967), „Mosaik. Neue Kurzprosa“ (1968), „Dideldum, ums Jahr herum. Gedichte für Kinder und Kinderfreunde“ (1972)

Literatur

Filla 2001, Schärf 1956

 

Traude Bollauf